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"Lieder von Liebe und Tod" ein gemeinsames Projekt mit der Berliner Sängerin "BOBO" und der Saxophon - und Bassklarinettistin Anne Kaftan, gleichnamiges Album erhielt 2008 den Weltmusikpreis "RUTH" Es ist ein wirkliches Herzensprojekt, an das sich die Berliner Ausnahmesängerin Bobo (In White Wooden Houses) und der Theatermusiker Sebastian Herzfeld da gewagt haben. Denn bei „Lieder von Liebe und Tod“ handelt es sich um ein Album von Neuinterpretationen deutscher Volkslieder und Gedichte. Die Erwartungen sind hoch bei dieser Konstellation, die Fallstricke gespannt – und dann hebt Bobo mit ihrer glockenhellen Stimme an zu singen. Wie nebenbei verfliegen alle Zweifel und Vorurteile. Hier wird nichts aufpoliert oder auf neu gemacht. Bobo, Herzfeld und die Klarinettistin Anne Kaftan geben den Liedern Wurzeln und Flügel zugleich. Man meint, manche der alten Stücke zum ersten Mal zu hören, wurden sie doch mit leichter Hand vom Staub der Jahre befreit – Volkslieder zwischen traditioneller Interpretation und Jazzimprovisation, zwischen Pop und Kunstlied. In gleicher Weise hat Herzfeld eigene Kompositionen zu Gedichten Goethes und Eichendorffs geschrieben, die bruchlos zu den bekannten Melodien passen. Es ist ein ernst zu nehmender Anwärter auf das Album des Jahres, was die Berliner Sängerin und ihre Mitstreiter uns hier präsentiert. Deutsche Volkslieder, vor allem aber große deutsche Gedichte, überwiegend aus Klassik und Romantik, von Sebastian Herzfeld kongenial vertont und extrem reduziert arrangiert wurden. Dabei arbeitet er durchaus eklektizistisch - mal klingt das nach einer Akustikversion von Pink Floyd, mal nach Filmmusik des Minimalisten Philip Glass, und doch ist diese Musik vor allem eines: ein kunstvoll in Bewegung versetztes Bild, besser: eine vollendet theatrale Szene aus den Mitteln der Musik. Wie Bobo diese großartigen Texte interpretiert, ist von einer Klarheit und Aufrichtigkeit, die nicht nur die Ohren öffnet, sondern das, was all diesen Stücken in mythischer Tradition eingeschrieben ist: die Seele. Ihr Gesang ist eine Anleitung zur Empfindsamkeit. Diese ungewöhnlichen und nicht nur in künstlerischer Hinsicht sehr filigranen Lieder sind durchweg von einer Brillanz, die einen förmlich erschauern lässt. Wer sich auf sie einlässt, wird dieses grandiose Miniatur-Musik-Theater, diesen Kosmos des Kleinen, unendlich bereichtert verlassen. "TRIAS" spielt sowohl eigene Kompositionen der drei Musiker, als auch Bearbeitungen klassischer Komponisten. Werke von Bach, Grieg und anderer, bilden die Basis für komplexe, teils elegisch, teils dramatische oder lebensfrohe Improvisationen. Hier schließt sich der Kreis zum Jazz, wenn auch weniger Groove die Musik bestimmt, als vielmehr der improvisatorische Ausdruck und die temporäre Verfassung der Musikanten. Bass und Percussion bedient dabei der Ausnahmemusiker Sebastian Herzfeld. Er ist seit einiger Zeit erfolgreich als musikalischer Leiter der halleschen Kulturinsel tätig. Neben seinen unzähligen Kompositionen für das Schauspielhaus findet der unermüdliche Musiker noch die Zeit für die hauseigene „Torpedo Royal Show“, diverse Jazzprojekte und eigene Kompositionen. Zweiter im Bunde ist Jörg Leistner (piano, keyb, kompositionen ). Das Trio vervollständigt die bezaubernde Kölner Bassklarinettistin und Saxophonistin Anne Kaftan. Ihre Improvisationen sind es, die dem Projekt oftmals die emotionale Tiefe und das teilweise hypnotische Element verleihen. TRIAS ist Musik gewordenes Lebensgefühl der drei. Die Musik bezieht ihre Kraft aus den Gemütern der Musiker. TRIAS versucht, jene magischen Momente, in denen sich die Musik verselbstständigt, Vorgaben und Zeitliches verlässt, auf das Publikum zu übertragen. |